Wie Nachhaltigkeit Unternehmenswert schafft
Sobald wir Nachhaltigkeit nicht länger als Pflichtübung sondern als Firmenstrategie begreifen, zeigt sich: Sie kann erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen.
Gestärkte Innovation
„Nachhaltigkeit ist ein Innovationstreiber“, sagt Silvia Broda, die dem Team aus Nachhaltigkeitsexperten bei Quentic angehört. Sie hat kalkuliert, wie sich Investitionen in eine nachhaltige Unternehmenstransformation langfristig auswirken können – durchaus lohnend. „Wer althergebrachte Modelle und Produktionsansätze unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit neu bewertet und justiert, erschließt sich neue, zukunftsfähige Produktkategorien.“
Schon allein die Umstellung einer Produktverpackung von Plastik auf Papier reduziert nicht nur den ökologischen Fußabdruck, sondern kann Materialkosten, aber vor allem höhere Recyclinggebühren und Kunststoffsteuern einsparen. Eine Erweiterung oder Diversifizierung des eigenen Angebots kann darüber hinaus zusätzliche Zielgruppen erreichen und den Wert des Unternehmens insgesamt langfristig erhöhen.
Kontinuierliche Anpassung und Weiterentwicklung des eigenen Angebots ist zwar erklärtes Ziel vieler Unternehmen, scheitert aber, wenn konkrete Anlässe und Treiber fehlen. Die Vision „mehr Nachhaltigkeit“ kann sowohl Motor als auch Leitplanke sein, um eigene Leistungsangebote zu verändern und sich damit vielversprechende Marktsegmente zu erschließen.
Gesteigertes Ansehen
Ein guter Ruf allein bringt noch kein Geld ein – aber ist dennoch eine Voraussetzung, um zufriedene Kunden und Mitarbeitende zu gewinnen und dauerhaft zu binden.
Menschen treffen ihre Kaufentscheidungen aufgrund vieler verschiedener Aspekte. Angefangen bei Preis und Qualität, aber auch aufgrund dessen, wie sie ein Unternehmen, dessen Werte und Aktivitäten wahrnehmen. Wer nachweislich nachhaltig handelt und ethisch einwandfrei agiert, schafft Vertrauen – und damit auch Loyalität.
Ein positives, authentisches Image hat auch noch einen weiteren Vorteil: Es vereinfacht, hochqualifizierte Mitarbeitende für das eigene Unternehmen zu begeistern. Dies kann Aufwände für das Employer Branding und Recruiting verringern. Gerade mit Blick auf die jüngere Generation und eine langfristige Bindung von Talenten lohnt sich Nachhaltigkeit doppelt.
Gesparte Kosten
Unternehmensprozesse oder Produktionsanlagen nachhaltig umzugestalten, erfordert zunächst eine Investition. Doch langfristig werden weniger Ressourcen verbraucht und damit Ausgaben für Materialien, Wasser oder Energie reduziert. Umweltbezogene Steuern, Recyclingabgaben oder anderweitige Ausgleichszahlungen verringern sich.
Unternehmensinvestoren beziehen ESG-Ratings in ihre Anlageentscheidungen ein. Ebenso vergeben Geldinstitute bessere Konditionen an nachweislich nachhaltig handelnde Unternehmen. Damit lassen sich Investitionen in nachhaltiges Handeln z. B. einer verringerten Zinslast gegenüberstellen.
Wer in seinem Verbesserungsbestreben ein softwaregestütztes Nachhaltigkeitsmanagement einführt, kann zusätzliche Effizienzgewinne erwirken: Das fängt an beim geringeren Zeitaufwand für die Erfassung von vielfach verstreuten Daten und endet beim automatisierten Reporting von Nachhaltigkeitskennzahlen.
Gesenktes Risiko
Nachhaltigkeitsprogramme können die eigene Resilienz erhöhen, wenn Unternehmenskulturen mit größerer Awareness für Umwelt, Recht, Gesundheit, Sicherheit und Gleichbehandlung aufblühen und zugleich die Wahrscheinlichkeit für disruptive Vorfälle und Compliance-Verstöße sinkt.
Lieferketten lokal zu halten und auf mehrere, kleinere Anbieter zu verteilen, verkürzt Wege und sorgt für geringere Störanfälligkeit.
Stichwort Risiko: Die EU reguliert Green Claims, d. h. Werbeaussagen zur Nachhaltigkeit, und anhängende Nachweispflichten restriktiver als bisher. Wer bestens auf anstehende Herausforderungen vorbereitet sein will, handelt nicht nur nachhaltig, sondern erfasst auch schon jetzt die zugehörigen Daten kontinuierlich und transparent.