Umwelt & Nachhaltigkeit

ESG-Kriterien und Reporting

Grundlage für Vertrauen und verantwortungsvolle Investments

5 Minuten22.07.2021

Weltweit hat sich in den letzten Jahren ein starkes Bewusstsein für eine zukunftsorientierte Perspektive entwickelt, insbesondere in Bezug auf die Industrie und ihre Produktionsprozesse. Klimaschutzabkommen, Arbeitsschutzverordnungen und das Lieferkettengesetz zeugen davon, dass der Druck, verantwortungsvoll zu handeln, auch in Österreich in allen Bereichen steigt. Nicht zuletzt deshalb hat sich im Finanzsektor die Klassifizierung nach ESG-Kriterien für nachhaltige Investments durchgesetzt. Besonders durch die Sensibilisierung der Gesellschaft für Nachhaltigkeit, ein höheres Umweltbewusstsein und die stärkere Wahrnehmung globaler Verantwortung ist das Interesse nach Anlagemöglichkeiten, die den ESG-Kriterien entsprechen, sichtbar gewachsen.

ESG: Wofür es steht und was es bedeutet

Die AbkürzungESGsteht für Environment, Social und Governance, d.h. Umwelt, Soziales und Unternehmensführung und umfasst die Verantwortungsbereiche von Unternehmen, in denen nach besonderen Kriterien nachhaltig gearbeitet und gewirtschaftet werden soll. ESG-Kriterien und die von ihnen abgeleiteten Kennzahlen (Key Performance Indicators, KPIs) stellen im Finanzbereich gleichzeitig Anlagekriterien dar, die von Investoren berücksichtigt werden, um ein möglichst nachhaltiges Investment zu garantieren.

“Nachhaltig” ist dabei im strengen Sinne nicht ganz die richtige Bezeichnung, denn ESG und Nachhaltigkeit sind nicht gleichzusetzen: Nachhaltigkeit bezeichnet im weiteren Kontext ein übergeordnetes Konzept für zukunftsbewusste Praktiken, bei denen ein Gleichgewicht zwischen Verbrauch und Reproduktion von Ressourcen angestrebt wird, das keine Schäden und Nachteile für nachfolgende Generationen erzeugt. ESG bezieht sich dagegen speziell auf den Finanzbereich und hilft, ökologisch und sozial verantwortliche Investments zu deklarieren. Verantwortungsbewussten Investoren wird es damit erleichtert, passende Finanzprodukte zu finden. Da diese Investments dem Nachhaltigkeitskonzept entsprechen, werden die Begriffe auch synonym verwendet.

Was sind ESG-Kriterien?

Genauer gesagt werden mit ESG die Anlagekriterien für Produkte der Finanzbranche festgelegt, mit denen ihre Nachhaltigkeit überprüft werden kann. Diese Kriterien haben sich mittlerweile zu einer Art Standard für nachhaltige Investments entwickelt. Noch existiert kein allgemeingültiges Qualifizierungssystem, weshalb unterschiedliche Systeme parallel in der Nutzung sind.

ESG Kriterien Bericht Software

Reporting von Nachhaltigkeits-Indikatoren

Tipps, wie Sie das Reporting von Nachhaltigkeits-Indikatoren einfach integrieren können, erhalten Sie im Video "Das Reporting von Indikatoren effizient gestalten".

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Eines der häufigsten Kriterien in Bezug auf den Aspekt “Environment” ist beispielsweise der Einfluss auf das Klima, beziehungsweise positive Effekte für den Klimaschutz. Der Aspekt “Social” rückt währenddessen den Arbeitsschutz mehr in den Vordergrund, während im Bereich “Governance” durch das neue Gesetz die Lieferketten im Fokus stehen. Es besteht jedoch keine Pflicht ein bestimmtes oder mehrere Kriterien zugleich erfüllen zu müssen. Feste, allgemeingültige ESG-Kriterien wurde bisher noch nicht formuliert, daher können sie je nach Branche abweichen. Je nach Anwendungsbereich werden außerdem unterschiedliche ESG-Kennzahlen betrachtet.

ESG auf einen Blick

 

 

Environment

Social

Governance

Bedeutung

  • Umwelt schützen
  • Ressourcen sparen
  • erneuerbare Energien nutzen
  • zukunftsbewusstes Arbeiten
  • Achtung der Menschenrechte/ -würde
  • Verbot von Kinder-/ Zwangsarbeit
  • Verantwortung für das Wohlbefinden der Arbeitnehmenden
  • Verantwortung gegenüber der Gesellschaft
  • ethisch-moralische Unternehmensführung
  • Bekämpfung von Korruption/ wettbewerbs- widrigem Verhalten

Verwendete Kriterien

  • Klimaschutz
  • Ressourcen-management
  • Wasser-  management
  • Energie-/ Emissions-management
  • Gebäude-management
  • Arbeitssicherheit/ -schutz
  • Gesundheit
  • Weiterbildung der Arbeitnehmenden
  • Lieferketten- kontrolle
  • inter-/nationale Zusammenarbeit
  • Compliance
  • Aufsichts-/ Führungs-/  Kontrollstrukturen
  • Reputations- management
  • Diversity

Eine Vereinheitlichung der Kriterien ist aber bereits absehbar: Bereits seit 2006 gibt es eine Initiative der UN, die Principles of Responsible Investment, die sechs Prinzipien für nachhaltige Investments formuliert.Die EU hat 2020 zusätzlich mit der “EU taxonomy for sustainable activities” und dazu passend im April 2021 mit ihrem “EU Taxonomy Climate Delegated Act” erste Initiativen verabschiedet, mit denen das Ziel, ein europaweites und einheitliches System für nachhaltige Produkte und Dienstleistungen zu schaffen, erreicht werden soll. Die erarbeitete Taxonomie umfasst auch ein “Sustainable Finance Package”, das sich explizit auf den Finanzsektor bezieht. Damit könnten die gesetzlichen Vorgaben strikter definiert und die Einhaltung von ESG-Kriterien noch transparentergestaltet werden.

Kritik an bisherigen ESG-Kriterien

Ein einheitliches Klassifizierungssystem und mehr Transparenz sind unbedingt nötig, um einem der zentralen Kritikpunkte der bisher bestehenden Kriterien zu begegnen. Da im Moment für unterschiedliche Branchen verschiedene KPIs verwendet werden können, gibt es Nachhaltigkeits-Ratingagenturen, die beauftragt werden, Wertungen nur für bestimmte Aspekte zu erstellen. Durch dieses Auftragssystem kommt es zu Interessenskonflikten.

Mit den erstellten Best-in-Class-Ratings können sich Unternehmen in ihrer Branche mit anderen Anbietern vergleichen und dabei nach frei bestimmbaren ESG-Kriterien besonders gut abschneiden. Da Aspekte aus anderen Verantwortungsbereichen überhaupt nicht berücksichtigt werden müssen, kann sich ein Unternehmen als vorbildliches soziales und ökologisch verantwortungsvolles Unternehmen seiner Branche präsentieren, obwohl es insgesamt betrachtet nicht sehr nachhaltig arbeitet. Somit wird am jetzigen System kritisiert, dass es Greenwashing ermögliche.

Software für ESG -Reporting

Die kommenden Klassifizierungssysteme werden diese Möglichkeit in Zukunft verhindern. Für Unternehmen, die von den neuen ESG-Klassifizierungen profitieren wollen, stellt sich die Frage, wie sie ESG-Vorgaben umsetzen und deren Performance messen können. Das ist einerseits sinnvoll, da das Interesse an ESG-konformen Investments steigt, Investoren aktiv nach solchen Möglichkeiten suchen und Unternehmen sonst wertvolle Investments entgehen. Andererseits profitiert das gesamte Unternehmen von Verbesserungen, beispielsweise im Arbeitsschutz oder in Bezug auf Umweltstandards. Um die Umsetzung der ESG-Kriterien transparent und nachverfolgbar darzustellen, bietet sich eine Software an, die das Reporting aller relevanten Indikatoren der drei Verantwortungsbereiche Environment, Social und Governance übernehmen kann. Eine zentrale Software, mit der die Informationen verwaltet und Workflows automatisiert werden können, unterstützt und vereinfacht das Reporting und verhilft damit an sich bereits für mehr Nachhaltigkeit in der Produktion. So können Unternehmen das Reporting der ESG-Kriterien leicht integrieren und ihre Performance überwachen

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Das Wichtigste im Überblick

  • einheitliche ESG-Kriterien werden in den nächsten Jahren eingeführt

  • ESG-Kriterien helfen dabei, größere Transparenz und mehr Nachhaltigkeit zu schaffen

  • Unternehmen, die ökologisch und sozial verantwortlich arbeiten, können sich attraktiver positionieren

  • Software erleichtert die Integration und das Reporting von Nachhaltigkeits-/ESG-Kriterien

 

Ein einheitliches ESG-Klassifizierungssystem bietet damit das Potenzial, die Grundlage für soziale und ökologische Investments zu schaffen und gleichzeitig Anreize für Unternehmen zu setzen, diese Kriterien zu erfüllen - und so einen Teil zu einer verantwortungsvollen Zukunft beizusteuern.

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